Es ist es sehr wichtig, gerade für Menschen, die bereits an einer Herzkrankheit leiden, sich regelmäßig den Blutdruck kontrollieren zu lassen. Viele Patienten haben auch die Möglichkeit, ihren Blutdruck zu Hause mit einem elektrischen Blutdruckmessgerät selber zu messen. Doch oft tritt der Fall auf, dass der Arzt den Patienten auffordert den Blutdruck regelmäßig selber zu kontrollieren, aber er keine wichtigen Hinweise dazu erläutert oder die richtige Technik erklärt. Dies ist jedoch sehr wichtig, da bei der falschen Anwendung eines Blutdruckmessgerätes auch falsche Ergebnisse geliefert werden. Dies kann sich auf die Gesundheit des Patienten auswirken, denn sowohl zu niedrigen als auch zu hohen Bluthochdruck schadet dem Körper.
Hier sind einige Regel für Sie aufgeführt, die Sie unbedingt bei einer Blutdruckmessung beachten sollten, um richtige Werte zu bekommen:
- Regel 1: Messen Sie den Blutdruck erst nach einer Ruhepause von mindestens 5 Minuten. Denn sogar nach einer kleinen Anstrengung – es können auch nur ein paar Schritte sein, steigt der Blutdruck kurzfristig an und dies kann das Ergebnis verfälschen.
- Regel 2: Schlagen Sie die Beine nicht übereinander sondern stellen Sie sie nebeneinander auf den Boden.
- Regel 3: Während der Blutdruckmessung nicht sprechen.
- Regel 4: Messen Sie zu Beginn sowohl einmal an Ihrem rechten Arm als auch, 30 Sekunden später, an Ihrem linken Arm. Zukünftig wird immer an dem Arm gemessen, wo diese Messung höher war. Erschrecken Sie sich nicht, denn es ist völlig normal, dass der Blutdruck ein wenig schwankt – immer!
- Regel 5: Der Messarm soll richtig freigemacht werden. Auch einengende Kleidung, wie zum Beispiel ein hochgeschobener Ärmel ist ungünstig.
- Regel 6: Messen Sie regelmäßig den Blutdruck und notieren gegebenenfalls sogar die Ergebnisse, so ist es besonders wichtig, dass Sie zu der gleichen Tageszeit, am besten sogar zur gleichen Uhrzeit messen. Dies könnte zum Beispiel morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Abendessen gemacht werden.
- Regel 7: Misst der Patient regelmäßig am Morgen, so sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die Messung vor der Einnahme von blutdrucksenkenden Arzneimittel erfolgt. Dies ist so wichtig, da hohe Messwerte am Morgen ein Risiko für den Körper darstellen und der Arzt eventuell die Medikation verändern muss. Aus diesem Grund würde sich anbieten mindestens 2 x täglich den Blutdruck zu messen, zum Beispiel morgens vor dem Frühstück und vor der Medikamenteneinnahme und abends vor dem Abendessen.
- Regel 8: Positionieren Sie die Blutdruckmanschette so, dass sich der Messpunkt in Herzhöhe befindet. Der Patient soll den betreffenden Arm, falls eine Manschette für den Oberarm genommen wird, dabei locker runter hängen lassen. Falls ein Blutdruckmessgerät für das Handgelenk benutzt wird, sollte der Arm angewinkelt werden, sodass sich der Messpunkt ebenfalls auf der Herzhöhe befindet.
- Regel 9: Wählen Sie die passende Manschette aus. Die Standardmanschette für das Oberarm – Blutdruckmessgerät ist etwa 12 bis 13 cm breit und 35 cm lang. Für Kinder bzw. sehr schlanke Menschen und für Menschen mit einem dickeren Oberarm bzw. Handgelenk gibt es Spezialmanschetten. Dies ist wichtig zu beachten, da das Gerät sonst falsche Werte anzeigt.
- Regel 10: Messen Sie niemals an dem Arm Blutdruck, der frisch operiert wurde, der gelähmt, verletzt oder erkrankt ist. Auch sollte keine Messung an der OP–Seite nach einer Brustamputation oder an dem Dialysearm durchgeführt werden.
- Regel 11: Schreiben Sie die Messwerte sofort nach dem Messen auf. Dabei lautet die Schreibweise wie folgt: z.B. 124/80 mmHg; gesprochen wird es "124 zu 80 Millimeter Hg". Runden Sie die Ergebnisse nicht auf und nicht ab, da die Ergebnisse ansonsten gefälscht und nicht zu gebrauchen sind.
Es steht fest, dass die Blutdruckwerte von einem Patienten aussagekräftiger sind als die von einem Arzt. Denn sobald man ein wenig nervös oder aufgeregt ist, oft ist man dies beim Arzt und leidet an dem sogenannten " weißen Kittelsyndrom", steigt der Blutdruck in die Höhe. Aus diesem Grund veranlassen öfters viele Ärzte entweder eine Langzeit – Blutdruckmessung, die dann über 24 Stunden erfolgt, oder bittet den Patienten ein sogenanntes Blutdrucktagebuch zu führen, wo die regelmäßig gemessenen Werte eingetragen werden.