Unter dem Blutdruck wird der Druck verstanden, der erforderlich ist, um das Blut bis in die Kapillaren, auch Haargefäße genannt, zu pumpen. Das bedeutet, dass je weiter die Strecke ist, die das Blut vom Herzen aus zurücklegen muss, desto höher ist auch der notwendige Blutdruck. Mit dem Blutdruck kann man Rückschlüsse auf die Herzfunktion ziehen und den Zustand der Arterien beurteilen.
Gemessen wird der Blutdruck in „mmHg“ = „Millimeter Hydrargyrum“. Hydrargyrum kommt aus dem griechischen bzw. lateinischen und wird mit Quecksilber übersetzt. Das Ergebnis des Blutdruckmessens beinhaltet zwei Zahlen, zum Beispiel 120/80 mmHg. Die 120 ist der systolische Wert, welcher der höchste Wert einer Herzaktion ist. Während der so genannten Systole wird ein hoher Druck vom Herzen erzeugt. Dieser dehnt die Arterien, welche auch Schlagader genannt wird, aus. Diese Dehnung können wir dann als Puls tasten. Die 80 ist der diastolische Wert, welcher der niedrigste Wert einer Herzaktion ist. In der sogenannten Diastole entsteht der Druck, der durch die Druckspeicherung der Arterienwände herrscht.
Um den Blutdruck messen zu können wird ein Blutdruckmessgerät gebraucht. Beim Arzt oder in der Apotheke benutzt man in der Regel eine Oberarmmanschette und ein Stethoskop und misst nach dem Riva–Rocci–Prinzip (RR). Doch mittlerweile gibt es, vor allem für die Patienten zu Hause, ein elektrisches Blutdruckmessgerät, welches jedoch auch nach dem Riva–Rocci–Prinzip funktioniert. Es können dafür sowohl Blutdruckmessgeräte für den Arm als auch für das Handgelenk angewendet werden. Beide Gerätetypen funktionieren nach dem selben Prinzip: Die Manschette wird an den Oberarm bzw. an das Handgelenk angelegt und mit Luft aufgepumpt bis am Handgelenk kein Puls mehr zu fühlen ist. Auf diese Art und Weise wird der Blutfluss in den Arterien verhindert und der systolische und diastolische Wert kann ermittelt werden.
Nachfolgend können Sie der Tabelle entnehmen, was die einzelnen Werte bedeuten:
|
systolischer Wert ( höchster Wert ) |
diastolischer Wert ( niedrigster Wert ) |
|
| Niedriger Blutdruck ( Hypotonie ) |
unter 100 |
unter 60 |
| optimal |
zwischen 100 und 120 |
zwischen 60 und 80 |
| normal |
zwischen 121 und 130 |
zwischen 81 und 85 |
| hochnormal |
zwischen 131 und 139 |
zwischen 86 und 89 |
| Bluthochdruck ( Hypertonie ) Grad 1 = leichte bzw. so genannte Grenzwerthypertonie |
zwischen 140 und 159 |
zwischen 90 und 99 |
| Bluthochdruck ( Hypertonie ) Grad 2 = mittelschwere Hypertonie |
zwischen 160 und 179 |
zwischen 100 und 109 |
| Bluthochdruck ( Hypertonie ) Grad 3 = schwere Hypertonie |
über 180 |
über 110 |
Kinder haben grundsätzlich einen anderen Blutdruck. Die Normwerte liegen niedriger, etwa in diesem Bereich:
|
systolischer Wert ( höchster Wert ) |
diastolischer Wert ( niedrigster Wert ) |
|
| Säugling |
90 |
60 |
| Kleinkind ( 4 Jahre ) |
95 |
65 |
| Schulkind ( 10 Jahre ) |
105 |
70 |